Informationen für Stifter
Mit dem industriellen Stipendienprogramm wollen die Fakultät für Informatik und ihr Freundeskreis einen weiteren Schritt auf dem Wege tun, den ausgezeichneten Ruf, den die Ausbildung an der Fakultät bei Wirtschaft und Wissenschaft genießt, auch für die Zukunft zu sichern, dabei der Wirtschaft frühzeitig den Kontakt zu den besten Studenten der Fakultät verschaffen und einen für beide Seiten fruchtbaren Synergieeffekt bewerkstelligen.
Das Programm ermöglicht es Studierenden der Informatik und der Informationswirtschaft, mittels eines Stipendiums zügig fertigzustudieren, und bietet den Sponsoren vielfältigen Kontakt zu zukünftigen Absolventen der Fakultät. Im Studienjahr 1999/2000 konnten bereits zehn Stipendien verliehen werden, gestiftet von Agilent Technologies Deutschland, Accenture, debis Systemhaus, IBM Unternehmensberatung, SAP, sd&m und Siemens. Die Presse hat vielfach über diese Initiative berichtet, so u. a. die FAZ und die BNN.
Auch für das Studienjahr 2000/2001 standen wieder Stipendien bereit. Die links genannten Firmen haben insgesamt dreizehn Stipendien gestiftet. Jedes davon war mit monatlich 1.000 DM dotiert und lief über maximal drei Jahre; der Gesamtwert der Förderung betrug 540.000 DM.
Nutzen
Die sich an dem Stipendienprogramm beteiligenden Unternehmen können mit folgendem Nutzen rechnen:
- direkter Kontakt zu den besten Informatik-Studenten jedes Jahrgangs in der Bewerbungsphase,
- ein hohes Maß an Präsenz und Bekanntheit bei allen Informatik-Absolventen durch eine Multikplikatoren-Funktion der geförderten Studierenden,
- die Möglichkeit, ausgezeichnete Studenten durch ihr Studium zu begleiten und sie früh an sich zu binden.
Kosten
Der Beitrag der Unternehmen ist ein oder auch mehrere Stipendien, die sich an BAFöG-Sätzen orientieren (z. Zt. EUR 550 pro Monat) und eine maximale Laufzeit von drei Jahren haben. Die Gesamtförderung für einen Stipendiaten beträgt also 18.900 EUR. Die Stipendien werden jährlich verlängert; Voraussetzung für eine Verlängerung ist ein sichtbarer Fortschritt des Stipendiaten im Studium. Falls sich die BAFöG-Sätze erhöhen, sollen auch die Stipendien zum Zeitpunkt der Verlängerung angepasst werden.
Die finanzielle Abwicklung der Stipendien übernimmt der FFI. Er ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein, ein Vereinszweck ist die Vergabe von Stipendien. Die Stifter können die aufgewendeten Mittel in voller Höhe steuerlich geltend machen.
Zielgruppe
Das Programm richtet sich an Studierende der Informatik und der Informationswirtschaft, also zukünftige Absolventen der von den Sponsoren mit am meisten gesuchten Berufsfelder. Die Förderung setzt das Bestehen des Vordiploms voraus, da zu diesem Zeitpunkt erstmals ein umfassendes, klares Bild der Fähigkeiten der Bewerber vorliegt.
Organisatorischer Ablauf
- Mitte Oktober
- Am Beginn des Wintersemesters werden die Stipendien auf Plakaten und in Vorlesungen bei Vordiplomsabsolventen angekündigt.
- Ende Oktober
- Interessierte Studenten und Studentinnen reichen ihre Bewerbungen an die Fakultät ein.
- Mitte November
- Die Bewerbungsunterlagen werden an alle Sponsoren weitergeleitet. In einer Vorauswahl legen Sponsoren, FFI und Universität einen Kreis von Kandidaten fest, die in die engere Wahl kommen. Dieser Kreis sollte etwa doppelt soviele Personen wie vorhandene Stipendien umfassen.
- Ende November/Anfang Dezember
- Die Unternehmen laden die vorausgewählten Bewerber zu Firmenpräsentationen ein. Diese Veranstaltungen können bei den Unternehmen stattfinden, aber auch auf dem Campus in Karlsruhe. Sie dienen dazu, die Unternehmen, Möglichkeiten für Praktika, berufliche Chancen etc. vorzustellen. Zeitlich sollten diese Vorstellungen am besten vor der endgültigen Auswahlsitzung (s. u.) erfolgen. Etwaige Kosten (z. B. für Reisen der Bewerber zum Firmensitz) übernimmt das jeweilige Unternehmen.
- Mitte Dezember
- An der Fakultät findet eine Auswahlsitzung statt, in der sich die Bewerber aus dem engeren Kreis vorstellen und die bestgeeigneten ausgewählt und die ausgewählten Bewerber den Unternehmen zugeordnet werden. Zu dieser Sitzung entsendet jedes Unternehmen einen Vertreter pro Stipendium.
- Anfang Februar
- Die offizielle Vergabe der Stipendien erfolgt im Semesterschluss-Kolloquium, zu dem die Sponsoren selbstverständlich eingeladen sind. Hier wird eine feierliche Übergabe von Verleihungsurkunden durchgeführt.
Bindung von Stipendiaten und Stiftern
Jedes Unternehmen benennt eine Kontaktperson, die die von ihm unterstützten Studierenden durch das Studium hindurch begleitet und berät. Zusätzlich liefern die Stipendiaten am Ende jedes Studienjahres einen Jahresbericht an den Fakultätsbetreuer ab. Dieser dient zur Feststellung, ob das Stipendium verlängert werden kann.
Stipendiaten gehen ansonsten keinerlei Verpflichtung gegenüber ihrem Sponsor ein. Es handelt sich hier um echte Stipendien, nicht um Arbeitsverhältnisse. Ein Stipendiat ist also nach Abschluss des Studiums nicht gezwungen, bei seinem Sponsor zur arbeiten. (Selbstverständlich startet jedes Unternehmen bei seinen Stipendiaten mit einem Wettbewerbsvorteil.) Das Hauptinteresse der Unternehmen sollte daher nicht die Anwerbung eines einzelnen, sondern die langfristige Präsenz bei und der Kontakt zu möglichst vielen Studierenden sein. Die Stipendiaten werden ferner als Multiplikatoren wirken, denn die Stipendien und ihre Sponsoren werden natürlich unter den Studierenden bekannt werden.