Anwendungen wie z.B. Peer-to-Peer Applications, e-Commerce, Recommender Systems oder Grid Computing
erfreuen sich einer größer werdenden Popularität für die Bereitstellung von Diensten. Die Gründe für einen Teilnehmer mit anderen
in solchen Systemen zu interagieren sind vielgestaltig: Interaktionen können unterhaltsam, informativ oder sogar profitabel sein.
Auf der anderen Seite besteht für einen Teilnehmer die Gefahr, dass ein Dienst nicht zufrieden stellend erfüllt wird. Ein Partner
kann das Ergebnis einer Interaktion beeinträchtigen, indem er ein unkooperatives, böswilliges oder einfach nur fehlerhaftes
Verhalten aufzeigt. Aus diesem Grund müssen den Teilnehmern Mechanismen zur Verfügung gestellt werden, mit denen die
Wahrscheinlichkeit für eine unzuverlässige Kooperation minimiert werden kann. Ein viel versprechender Ansatz für solche
Mechanismen sind so genannte Vertrauensmodelle. Durch die Möglichkeit, die Vertrauenswürdigkeit anderer abzuschätzen, kann ein
Teilnehmer zwischen "guten" und "schlechten" Partnern unterscheiden.
Grundlage für die Berechung der Vertrauenswürdigkeit eines Teilnehmers ist das Wissen über dessen Verhalten in früheren
Interaktionen. Dieses Wissen setzt sich im Wesentlichen aus den Bewertungen des Dienstnehmers über den Diensterbringer zusammen.
In Abhängigkeit des zu Grunde liegenden Vertrauensmodells und der konkrete Umgebung, müssen diese Bewertungen, auch bezeichnet
als Feedback, geeignet gespeichert und zur Verfügung gestellt werden. Durch die einfache Struktur der Feedback-Daten ist
die deren Speicherung mit Hilfe von Datenbanken nahe liegend. Im Rahmen dieses Seminars sollen verschiedene Vertrauensmodelle
vorgestellt und analysiert und gegenüber gestellt werden. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Einsatz der Modelle weitverteilten,
koordinatorfreien Umgebungen. Diese Rahmenbedingungen haben großen Einfluss auf die Speicherung und Auswertung von Feedback.
Die Kernthemen des Seminars sind:
- Grundlagen von Vertrauen: Begriffe, Definitionen, Eigenschaften, Ziele und ihre Anwendungsmöglichkeiten in verteilten Umgebungen
- Charakteristika verteilter, koordinatorfreier Umgebungen und ihr Einfluss auf die Entwicklung von Vertrauensmodellen (Speicherung von Feedback, verteilte Algorithmen für die Auswertung)
- Klassische Angriffsszenarien und unkooperatives Verhalten in verteilten Umgebungen und deren Berücksichtigung in Vertrauensmodellen
- Vorstellung und Bewertung ausgewählter Vertrauensmodelle; Aufzeigen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden für mögliche Klassifizierungen
- Algorithmen für die Berechnung der Reputation eines Teilnehmers und ihre Umsetzung für verteilte Umgebungen (z.B. EigenTrust, TrustRank, etc.)
|